Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1811)
- Article
- Israelitisches Schulwesen
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 365 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304630-10858312-2305706--03406-2306198- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
-- 86; fere Neigungen und Handlungen einander, bald für gut und edel, bald für schlecht und verwerflich. Denken wir endlich nur einigermaßen über uns, über unsere Mitgeschöpfe, über die Welt mit ihrer Ordnung׳ Mannigfaltigkeit, Fülle, Schönheit, Pracht und Vollkommenheit, in den Theilen, wie in dem Ganzen, imGro« ßen und Kleinen, in den Absichten und Mitteln, von Sri« ten des Nothwendigen, des Nützlichen, und des Vergnü« gens, so drangen sich uns von alle» Seiten unwidcrstehlich dir deutlichsten und überzeugendsten Spuren eines all« weisen, allgütigen und allmächtigen Schöpfers auf, daß wir sein Daseyn, seine Allweisheit, Allmacht und Allgüte einsehen und anerkennen müssen, wenn wir nicht unsere Vernunft ganz verleugnen wollen. Sind wir nun über zeugte daß Gott der Schöpfer aller Wesen und folglich auch des Menschen ist, und daß alle unsere Kräfte und Neigungen von ihm in uns gelegt worden sind, so wäre bei seiner anerkannten Allweisheit und Allgüte nichts widersinniger zu glauben, als daß, da wir bei allen Ge« schöpfen eine Absicht warum und einen Zweck wozu er sie geschaffen hat, wahrnehmen, er bloß den Menschen, die Krone der irdischen Geschöpfe, ganz absicht-und zweck, los in die Welt geworfen haben soll. — Diese Absicht dar« zustellen, die Mittel zur Erreichung dieses göttlichen Zwecks uns an die Hand zu geben, oder welches einerlei ist, die Belehrung von den Pflichten gegen Gott, Segen unS selbst und gegen unsere Nebenmenschen, kurz, die Lehre von der Bestimmung des Menschen, ist das Werk der Moral.