Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1811)
- Article
- Israelitisches Schulwesen
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 364 (sequence 5)
- Language
- German
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364 4§en, dich, und jenseits deS GrabeS gegründet!st, so ist unfehlbar der erste und kräftigste Grundpfeiler, worauf das ganze Gebäude sich fußt, die Moral, oder welches einerlei ist, der Unterricht von den Pflichten des Menschen. Die Moral bildet unfern Verstand zur Weisheit, und un« ser Herz zur Tugend. Sie lehrt uns, was unser wahres Glück, unser höchstes Gut sey, oder mit andern Worten: Sie unterweist uns in demjenigen, was für rin Geschöpf, welches aus einem unsterblichen Geiste und einem hinfälligen Körper bestehet, am zuträglichsten, der Ruhe der Seele v׳.׳d der äußerlichen Wohlfahrt am gemcßensten sey» und auf welchem Wege, durch welche Mittel wir ain ft״ chersten zu diesem Ziele gelangen könneit. Ein Blick aus uns selbst, und wir finden uns mit mannigfaltigen Kräften und Neigungen versehen, wir ha« den verschiedenartige Bedürfnisse, fühlen einen unwiderstch« lichen Trieb zum Leben, und einen Hang zum Vergnügen. Wir finden ferner, daß diese Vergnügen nicht von einerlei Dauer, nicht von einerlei Folgen, nicht von einerlei Nach« «mpfindungen sind. Wir finden, daß deren manche fiüch« tig, andere anhaltend sind; daß nach dem Genüsse einiger, wir in uns Beifall, bei andern hingegen Reue, Schaam und Unwillen empfinden. Betrachten wir die Welt außer uns, so finden wir uns mit Menschen umgeben, deren Hülfe und Gesellschaft wir eben so wenig, als sie die unsrige entbehren können. Wir können wechselftitig unser Vergnügen, unser Wohl befördern oder stören. Ein inneresBewußtseyn erklärtun״