Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Herzogthum Anhalt-Deßau [Nachricht]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 338 (sequence 13)
- Language
- German
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33$ Erlebt der Mensch auch viele Jahre, so soll er sich in allen freuen, sagt unser Text! Ein weiser Wink, denunS Salomo hier giebt. Unsere Genüsse sollen mit solcher Wahl, Sorgfalt und Mäßigkeit eingerichtet seyn, daß wir — und würden wir auch hundert Jahre alt — uns in allen freuen können. Kann aber der sich morgen freuen, der die F r c u d e heute mißbraucht? Kann der sich ein ru« higes schmerzenloscs Alter versprechen, der sich in der Ju« gend ganz und ohne kluge Wahl der Freude hingegeben hat? Ist ein solcher Mensch nicht unfähig für jeden Genuß, eckclr ihm nicht alles au? Und fliehet die ihn nicht, die, welche er sonst so eifrig und so oft gesucht? Doch du bist es ja, göttliche Religion! die ihn, den Sohn des Staubes, mit ihrem Stabe der Huld de« rührte. Bei allen seinen Freuden und Genüssen soll er auf d i ch sein Augenmerk richten, und niemals außer Acht lassen, daß er nicht nur Staub von der Erde, sondern auch Geist vom Himmel stamme; daß er nicht nur zum Stau« bc, sondern auch zum Himmel wicderkehre; du warnest ihn, daß er sich nicht der Ucppigkeit und Wohllust hingebe, daß er nicht über das Heil des Leibes, das Heil der Ser« le vergesse, über die Erde den Himmel verscherze; daß er die Folgen seiner Thatcn erwäge, und an den letzten Act des irdischen Lebensspielcs denke, an den plötzlich Heranei« lenden Tag des Todes. Wisse, daß einGott dich zur Rechenschaft ziehen wird! Wenn alle unsere Genüsse und Freuden stets von diesem Gedanken begleitet sind, dann werden wir sie gewiß der-