Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Herzogthum Anhalt-Deßau [Nachricht]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304630-10858309-2305695--03360-2306172- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
339 gestalt einrichtcn, baß uns der Engel des Todes als ein Engel des Friedens erscheine, und wohl uns wenn wir sei. nen Ausruf mit den Worten erwiedcrn dürfen: Gedulde dich: ich will nur noch von den Lieben auf Erden Abschied nehmen, und dir dann folgen! Wohl uns, wenn wir in unfern fröhlichen Tagen auch seiner gedenken, damit er uns nicht plötzlich als ein Freudenstörer überrasche.- Wohl weislich erzählt uns der Talmud, daß man einst bei einem fröhlichen Male einen gewissen Rabbi zum Gefange froher Lieder einlud und er die Worte ansiimmte: Ach! daß wir sterben müssen! — Doch nie stirbt der gute, der edle, der tugendhafte Mensch, der nicht nur sich, sondern auch seinem Bru. der lebt, nie kann sein Andenken auf Erden erlöschen; überall sieht man die erfreulichsten Spuren seines Lebens, und in tausend Herzen hat er sich ein bleibendes Denkmal errichtet, und in tausend Gemüthern wird sein Daseyn gefeycrt צריק*ם גם במיתתן קרויים חיים י: Die Tugendhaften leben auch in ihrem Tode noch fort, sagen die Talmudisten. זכר צדיק?*ברכה: Das An« denken eines Frommen dauert zum ewigen Andenken, belehrt uns der weise Verfasser unseres Textes. Denn wie viele Seelen haben sie sich nicht in ihrer Lebenszeit verpflichtet! Wie vielen Blinden liehen sie nicht ihr sehendes Auge, wie vielen Tauben waren sic nicht ein vernehmendes Ohr! Wie vielen waren sie nicht Zuflucht in der Noth, Schutz und Schirm, wenn des Geschickes Ungewitter des Armen Hütte einzustürzen und Aas