Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Herzogthum Anhalt-Deßau [Nachricht]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 9)
- Language
- German
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334 Zwar giebt es andere und bessere Freuden, die ihrer Natur nach dauerhafter, unerschöpflicher und heiliger sind: wer weiß nicht, das ich von den geistigen Freuden rede, die unser Glück begründen und uns mit der Gottheit vereinigen. Wer von uns kennt nicht den himmli« schen Genuß, den sein Verstand empfindet, wenn er Im unermeßlichen Gebiete der Wahrheit sich umgesehen und sich von tausend Dingen Helle und deutliche Vorstellung erworben hat; wer kennt nicht das göttliche Entzücken, welches uns die Vermehrung und Berichtigung unsers Wissens bereitet, wenn wir vom Baume der Erkenntniß Blüthen und Früchte brechen; wer kennt nicht die unbegränzte Wonne, wenn wir uns mit der Betrachtung den Natur und ihrer tausendfältigen Cchöuh.it beschäftigen und in dem Pflänzchen, in dem Wurm im Staube den Gott des Universums finden und seine Stimme hören? Wer kennt nicht die unaussprechliche Freude, wenn wir unser Ange zum gestirnten Himmel erheben und die millio. nenmal Millionen von Myriaden Wellen betrachten, die sich in ewigen Kreisen bewegen und ihrem Schöpfer die allerfeyerlichsie Hymne singen? Welche unsägliche Wonne müssen wir nicht empfinden, wenn wir an dem großen Werk unserer Besserung arbeiten, und die Fortschritte wahrnehmen, die wir in diesem heiligen Tcmpelbau g<- macht haben? Welchen reinen Genuß niuß cs uns nicht gewähren. Wenn wir unser Wohlwollen den Nebcnmcnschen, den Bruder empfinden lassen, wenn wir das traurige Her; des Armen erfreuen, den nackten Leib deS Elenden bekleiden, das gebeugte Gemüth des Leidende» durch Trost erquicken? Welche beseligende Wollust müssen wir