Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Herzogthum Anhalt-Deßau [Nachricht]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 332 (sequence 7)
- Language
- German
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33* nachdem er bieg alles prüfend erwog, ruft er jedem Er« denwaller zu: Sind dir viele Jahre beschieden, so freue dich in Allen! freue dich und sey froh« lichen Gemüths; aber wisse, daß Gott dich zur Rechenschaft ziehen wird! Es hat Leute gegeben — und giebt deren gewiß noch viele — welche der sonderbaren Meinung waren, daß die Religion sich als Todfeindin wider alle sinnliche Freuden erkläre, daß sie von ihren Anbetern eine äußerst strenge Lebensart und kein geringeres Opfer erheische, als Augen zu haben und das Schöne nicht zu sehen, Ohren und das Melodiereiche nicht zu hören, ein Herz und das An« genehme nicht zu fühlen. O wie sehr wenig sind diese Leute in das Wesen der Göttlichen eingedrungen, wie we« nig kannten sie die Beglückerin der Menschheit, den sanft« milden Geist, der in ihren Gesetzen wohnt. Nein! die Religion, meine verehrten Zuhörer! deren Zwick es ist, den Menschen so glücklich zu machen', als es seine Natur gestattet, die ihn in dieser Absicht zu Handlungen ver« pfiichter, um ihn mit seinem göttlichen Vater immer mehr zu vereinigen und das beseligende Band der Liebe zwischen Schöpfer und Geftl)öpf immer enger zu knüpfen — diese Tochter des Lichtes verlangt es kemesweges, daß sich der. Mensch den Himmel für die Erde erkaufe, daß «r, um in jenen zu kommen, auf diese Verzicht lei¬ •jU; daß er, um als Bürger in jenen ausgenommen zu werden, dieser den gehörigen Tribut entziehe; sie ver«