Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Herzogthum Anhalt-Deßau [Nachricht]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 331 (sequence 6)
- Language
- German
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-es Erbenlebens nach und wollte in der That erforschen, wie das vorzüglichste und stolzeste Geschöpf, das sich Mensch nennt, wie der arme Erdenpilger den Augenblick, der ihm zu athmen vergönnet ist, wie er den kleinen Sauglingsschritt, den er von der Wiege bis zum Grabe zu Ihnn hat —wie er ihn anwenden soll, um sich, der Menschheit, dem Schöpfer Genüge leisten zu können, und dessen Beifall gewiß zu seyn. — Nachdem er uns nun seine selbst gemachte Erfahrungen mitgetheilt, nachdem er berichtet, wie er anfangs die Bestimmung des Menschen darin setzte, sich einzig und allein dem Gebiete der Weisheit und des mannigfaltigen Wissens zu weihen, alle seine intellektuellen Kräfte zu entfalten und allem andern zu entsagen—wie er bald diesen Entschluß verwarf und von ei. mm Extreme zum andern, von Weisheit zur Thvrheit über« ging, seine Zuflucht» fein Glück und Heil in dem sanften weichen Schooß der Freude und sinnlichen Lust zu suchen; wie er aber auch diesen Vorsatz verließ und mit schmerzli, cher Empfindung ausrief: auch dieß ist eitel!— Nachdem er uns auch seine weitere Betrachtungen und gründkich angestcllten Beobachtungen über Gott, Vorsehung, Bestimmung, Zufall, Glück und Unsterblich, ke it mitgetheilt und den. Menschen anklagt, daß er seinen einfachen Natur - Zustand verließ, und sich durch Künsteleien und erdichtete Bedürfuissc das Leben erschwert—nachdem er, der Weiseste der Sterblichen, dem Geschäftsleben und dem Acker baue das Wort geredet und den Menschen auffordert, seine sämmtlichen Kräfte anzuwci^ den, sie alle in Thätigkeit zu setzen, uin das launische Glück gleichsam zu zwingen de, ihm cinkrhren zu müssen —