Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Herzogthum Anhalt-Deßau [Nachricht]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 4)
- Language
- German
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?29 Doch, meine verehrten Zuhörer! kann unser Körper und unser Geist wiederhotten Arbeiten und Mühen Trotz bieten, ohne abgespannt zu werden? Können Leib und Seele, ohne Gefahr zu befürchten, mit neuer und steter Anstrengung fedesmal ihr Tagewerk beginnen? Soll der Mensch gleich einer Kunstmaschine immerwährend die Echachmaschine des Lebens mechanisch in Bewegung sctzen? Sollen ihm keine Erholungen, keine Vergnügungen, keine Ergötzlichkeiten, gestattet werden? Mißbilligen und verweigern, oder empfehlen und gebieten ihm Religion und Tugend diese Ergötzlichkeiten, diese Freuden? Auf welche Weise macht ihn der Genuß derselben besser und glücklich, und auf welche Weise elender undunglücklich? — Diese Betrachtungen, meine verehrten Zuhörer! sind es, zu welchen ich mir Ihre Aufmerksamkeit ausbitte; sie mögen uns in der gegenwärtigen Stunde beschäftigen und der Gegenstand unseres Nachdenkens werden. Den Stoff dazu wählen wir aus dem 8ten und 9ten Vers im uten Kap. des Prediger Salomouis, woselbst dir Worte unseres hebräischen Textes also lauten: כי אם שנים הרנה יחיה האדם נבלם ישמח — שמח בחור בילדותיך וימינך לנו נימי בחורותיך והלך בדרכי?1בך ובמראה עיניך ודע כי על כל אלה יניאך אלהים במש2מ׳ Sind dem Menschen viele Jahre beschiedcn so freue er sich a'- len — freue dich Jüngling deiner Jugendreit, scy fröhlichen Gemüths; wandele immer die Wege, wohin dich Herzenslust und Augenweide führen; aber wisse, daß über alle deine Handln:!» gen Gott dich zur Rechenschaft riehen wird."