Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 315 (sequence 16)
- Language
- German
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31$ ---Ein' ihr eigene Anmuth Saß im schönen Verhältniß auf ihren glänzenden Glieder», In ein simpel Gewand verhüllt, ihr herrlichster Anzug, Ueber de» Pomp de- Schmucks: denn Liebenswürdigkeit braucht nicht Irgendwo Hälfe von fremd erborgten Zierrath zu holen, Denn ungeschinückt, ist sie am meiste» geschmückt.- Ich will nur noch zu dem, was ich in Absicht des Putzes gesagt habe, noch hinzusetzen — daß er den ver« schiedenen Perioden des Alters sowohl, als den Verhaltnissen des Lebens angemessen seyn muß. Unstreitig giebt es sowohl für unverheirathete, als verheirathete Frauen« zimmer, für die alten sowohl als die jünger», eine eigne Weise, sich zu kleiden. So wie die leichte und luftige Klei» düng des südlichen Erdstrichs sich nicht für die Bewohner des nordischen Himmels schicken würde: so würde die Kleidung einer muntern und lebhaften Jugend dem graue» Alter übel anstehen. Ich will noch mit einigen kurzen Anmerkungen über die Wichtigkeit des Anzugs schließen. — Junge Personen thun sich immer auf ein neues Kleid viel zu gute und nehmen bei der Gelegenheit eine wichtige Miene an. Aber nicht der Anzug, so glanzend er auch immer seyn mag, ist es, der Hochachtung verdient. Eine übertriebene Liebe dafür legt den Grund zum Stolze, und es wird allezeit eine Kränkung für euch seyn, wenn Ihr eine andere in besserer Kleidung, als die eurige ist, vor euch seht. Acn. dcrt aber das Kleid wohl den Menschen? Oder bildet Ihr euch ein, daß, wenn Ihr das eine ablegt und das andere