Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 313 (sequence 14)
- Language
- German
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einigen hat, immer derselbe bleiben sollte. Diese Liebe zur Veränderung vcrräth aber ebenfalls eine kindische Seele. Die Mode vertragt sich mit den größten Widersprächen. Ein schneller Uebergang von einem Extrem zum andern scheint uns auf den ersten Anblick etwas Ungereiintes. Allein wir bequemen uns nach der herrschenden Mode und machen den sonderbaren Geschmack derjenigen lächerlich, die sie nicht annehmen; ein großer Beweis, wie sehr wir unsere Meinungen ihrem Zepter unterwerfen, und daß das Schöne oder Häßliche nicht in den Dingen selbst liegt, sondern meistens in unserm eigensinnigen Wahne. Euer Körper sowohl, als euer Anzug sind den tyran« Nischen Gesetzen der Mode unterworfen. Wieviele ihrer Anbeterinnen opfern Ruhe und Bequemlichkeit der Begierde auf, sich ihr gleichförmig zu zeigen — wie viele pressen ihre Glieder auf eine peinliche Art zusammen, um sich ei« neu schlanken Wuchs zu geben, da sie gerade durch diesen Zwang die Natur verrenken und entstellen. Und wie oft wird diese Modesucht der Gesundheit nachthcilig! Immer sollte sich eure Kleidung nach der Luft und Gegend richten, die Ihr bewohnet. Wenn Ihr aber, der Mode zu Gefal« len, euren Körper der strengsten Witterung aussetzt, oder euch mit zu luftigen Kleidern bedeckt, so habt Ihr euch selbst die natürlichen Folgen in den Krankheiten znzuschrei« den, die aus Erkaltung entstehen, und eurem Geschlechtr oft schon so nachtheilig gewesen sind.