Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 13)
- Language
- German
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313 von Stande werfen wollte. Jedes muß hier die Stellt, die es im menschlichen Leben einnimmt, und kann sie auch, am besten benrtheilcn. Jeder Stand hat seine eigene Art sich zu kleiden, und sie ist meistens so bestimmt, daß, wer sich nach derselben zu kleiden wünscht, über das Schickliche und Angemessene nicht in Verlegenheit seyn kann. Ueberdieß, wenn Ihr euch über euren Stand kleiden wolltet, so würdet Ihr euch nicht nu.׳ lächerlich machen, sondern euch auch einen Aufwand zuziehen, den ihr auf keine Weise würdet bestreiten können. Ihr würdet in Dersuchung gerathen, Schulden zu machen, die Ihr zu be« zahlen nicht vermögend wäret. Dieß würde euch vielleicht zu den niedrigsten Handlungen verleiten; und würde dann eure Schande nicht um so vielmehr in die Augen fallen, je glänzender euer Aufzug wäre? Würde der Vorwurf nicht auf eine Person mit Fingern zeigen, die auf ande« rer Kosten stattlich einher prangen wollte? Diese Pracht« liebe hat schon so viele Familien zu Grunde gerichtet. — Personen von geringer«» Dermögensumständen sind nur zu geneigt, den Reichern nachzuahmen. Die Römer waren von den unglücklichen Folgen dieser Neigung so überzeugt daß sie verschiedene Gesetze gaben, wodurch sie die Weiber von den verschwenderischen Verzierungen abzuhalten suchten. Die Leidenschaft für den P»«tz erzeugt die große Ab» änderung der Moden. Zu dieser Neigung gesellt sich der Reiz der Neuheit. Eine Mode, die man bei ihrer ersten Erscheinung bewrindert, verliert bald ihre Anzüglichkeit, so bald sie allgemein wird, obgleich ihr Werth, wenn sie