Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304630-10858309-2305693--03329-2306144- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
«n Sauberkeit und Reinlichkeit. Mr.1 entdeckt die Nci«;ungen der Kinder in diesem Punkte gar bald. Eben ),eftlbe Kleidung wird für das eme eine angenehme und gefällige Trackt scyn, worin ein anderes pnordenrlich und ivideriich erscheint. Das rrstece wird in einem schlechten Abzüge mehr gefallen, als dieß in dem reichsten. L!r Vorcheile, die aus dieser simveln Nettigkeit ent« stehen, find diese. Sie macht nicht nur die Personen lieb« licher und anziehender, sondern tragt auch zur körperlichen Gesundheit vieles bei. In Absicht der Ersparniß ist sie nicht minder ,erträglich; denn Frauenzimmer von dieser Eigenschaft sind weniger in ihrem Anzüge verschwenderisch, weil sie dadurch mehr schonen und kein geringes Vergnügen daraus schöpfen, wenn sie ihre Kleider vor den Flecken und Schmutze lange rein erhalten; da so oft die Kleider anderer, die weniger aufmerksam darauf sind, bald verunstaltet erscheinen. — Der Mangel an Sauber- )eit wird endlich dem Tadel nicht entgehen; denn es verräth allezeit eine trage, oder schludrige Gemüthsart — eine Seele, die keinen richtigen Begriff vom Schicklichen und Wohlanständigen hat» und gleichgültig gegen Lob und Tadel ist. Was die Mode betrifft, so ist es schwer, darin Regeln vorzuschreibcn. Man sucht dadurch einigermaßen die verschiedenen Stande im gesellschaftlichen Leben ausjuzeich« nen. Es würde mithin abgeschmackt seyn, wenn ein Handwerker in der Tracht eines Edelmanns erscheinen, oder ein armes Mädchen sich in die Kleider einer Dame