Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304630-10858309-2305693--03325-2306140- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
¥>7 ihre volle Kraft und Blüthe beibehalten. Denn ihr Ein. fuß ist von der Art, haß er selbst die Häßlichkeit liebenS« würdig machen würde. Wie weit mehr müssen sie die na« türliche» Annehmlichkeiten der Person erhöhen! Und hier muß ich euch, meine lieben jungen Zuhöre« rinnen, wider die jetzt hier und dort cinreißende, Verderb« liche Mode, euch der Schminken und Schönheitswasser zu bedienen, warnen. Die natürliche Schönheit wird allezeit mehr Werth behalten, als die erkünstelte. Diejenigen al« so, die sich dieser Mittel bedienen, Bewunderung zu erre« gen, werden gewiß ihres Zwecks verfehlen; denn was sie auch zu ihrem Vorrheile sagen mögen, so bleibt es immer eine Art des Betrugs —es ist ein falsches Schild, das man aushangt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Sie kann denen, die in der Blüthe des Lebens stehn, keinen wahren Dienst leisten, da keine erborgte Farbe der angebvrnen ei« «er zarten jungen Haut gleich kommt; eben so wenig aber auch denen, die abgeblüht sind, da keine Kunst das wie« der herzustcllen vermag, was die Zeit weggenommen hat. Hierzu kommen die für die Gesundheit so nachtheiligcn Folgen dieser Mittel. Hat man einmal damit angefangen, so muß man damit fvrtfahren, weil dir Gesichtsfarbe des Morgens von der Abendfarbe ganz verschieden!st. — Ich will jetzt noch einige wenige Anmerkungen über den Anzug Hinzuthun. Der Gegenstand scheint unbcdeutcnd; wegen des Einflusses aber, den er auf die weiblichen Sitten hat, verdient er einer ernsthaften Ueberlcgung. Z) 2