Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1811)
- Article
- Anrede eines Israeliten an seine Mitbrüder in Preßburg, um sie zur Verbesserung der Schulanstalten aufzumuntern
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 5)
- Language
- German
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י'־' 296 lauterte Begriffe, ohne vernünftige Grundsätze in die große Welt, dann sind oft einige Beispiele, ein einziger Zweifel, der in ihrer Seele entstehet, hinreichend, sie auf Abwege zu führen; ist aber gar Unwissenheit noch mit Leichtsinn und mit einem Hange zu Begierden und Leidenschäften gepaart, o! dann halt sic gar nichts ab, dann entreißen sie sich allem Religionszwange, treten die heilig» stcn Gesetze mit Füßen, und werden zügellos. Ganz an« ders ist es, wenn sie von Jugend auf an richtige Begriffe gewöhnt worden sind; wenn ihr Geist mit festen und wei« sen Grundsätzen gebildet worden ist; wenn sie den Schö» pfer ans seinen Werken haben kennen lernen, um das Wahre vom Falschen zu unterscheiden. Alles hängt im menschlichen Leben von erläuterten Begriffen, festen und vernünftigen Grundsätzen ab; ihr guter Einfluß erstrecket sich nicht nur auf Moralität, sondern auf alle menschliche Geschäfte und Handlungen, und sie allein bewahren den Menschen vor Jrrthum und Uebertretungen. Es ist kaum glaublich, daß man es bei einer si» angesehenen Gemeinde, wie die unsrige, die so manche würdige Männer unter sich zählt, noch immer gleichgültig ansehe, daß Menschen in den Ehestand treten, die nicht einmal ein Kapitel in Torath Mosche verstehen, und kaum ihren Namen unterschreiben können. Unsre Ge» mcinde hat würdige und reiche Männer genug; sie sollte allen übrigen Gemeinden Ungarns zum Muster und Vorbilde dienen» und steht, leider! selbst viel kleinern Gemeinden in Böhmen an Kultur und Kenntnissen zurück.