Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 23)
- Language
- German
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?95 len. Wie viele giebt es, die sich in der lustigen Welt umher drehen und von einrm Orte jum andern laufen, als ob keine Angelegenheit in der Welt weiter ihrer Aufmerk« sau^c.t werrh wäre! Oer Morgen wird mit einer Art von hin und her hüpfenden Müßiggänge, oder mit Vordem« tung auf die Lustparlh>en des Abends vertändelt — doch, was sage ich des Abends? — des größten Theils der Nacht; mid dies muß doch wahrlich nicht nur ihrer Gesundheit, sondern in Rücksicht auf das weibliche Geschlecht auch ihrer Schönheit höchst nachtheilig scyn. Wenn man Vergnügungen, als eine Erholung von Geschäften sucht, so handelt man weise. Es ist nöthig von Zeit zu Zeit seine Kräfte abzuspannen: aber sein ganzes Leben jtt einem Fest« tage zu machen, heißt das Vergnügen zerstören und den Geschmack tödten. Wenn Ergötzlichkeiten mit Verstand gewählt und mit Mäßigung genossen werden, so sind sie un« schuldig; denn selbst d!e an sich unschuldigsten, so bald man sie übertreibt, können ermüdend und tadelnswürdig werden. Oeffentliche Belustigungen können von zweierlei Art. seyn: solche, dir bloß das Auge, oder das Ohr ergötzen, und solche, die das Nützliche mit dem Angenehmen vcr« binden, oder die den Verstand nähren, indem sie dassinm tiche Vergnügen befördern. Zu den erster» rechne ich alle diejenigen Oerter, wo man in keiner andern Absicht sich versammelt, als «in zu sehen und gesehen zu werden; wo eine leichte, allgemeine und zerstreuende Unterredung herrscht: wo Musik und Gesang zur Unterhaltung des Abends die« um —oder bei Festen körperlicher Stärke und Geschmeidig« Er 2