Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 24)
- Language
- German
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396 feit; doch sollten bei dieser Art Ergo'tzlichkeiten junge Per« sonen selten erscheinen; denn sie gewähren dem Verstände wenig Nahrung, werden auch von ehrwürdigen Leuten nicht leicht besucht. Die Maskerade, (welche Nicht in einer geschlossenen Gesellschaft, sondern für Entr^geld (Statt hat) ist eine öf« femliche modische Lustbarkeit. Für ein geistiges Vergnü« gen kann man sie nicht halten. Außer den Bedenklichkei« ten, die allen öffentlichen Lustörtern gemein sind, daß sie mit Kosten verbunden und oft von lüderlichen Personen be« sucht werden, ist es buchstäblich ein nächtliches Vergnügen, dem die ganze Nacht aufgeopfert wird, da die Gesellschaft selten eher, als zur Stunde der Ruhe zusammen kommt. Eie zeichnet sich ferner durch eine gewisse Art von Unge« bundenheit des Betragens aus, das euer Geschlecht alle« zeit abschrecken sollte; man bedient sich oft bei diesen Ge« legenheiten einer unsittlichen und ungezähmten Sprache, d>e an andern Orten weniger und in solchen geschlossenen Gesellschaften, wo man den Mirgliedern zuvor kommt, höchst selten statt finoet. Es giebt eine gewisse Achtung, die man den guten Sitten schuldig ist, die selbst diejenigen, die das wenigste Gefühl von Ehre und Wohlstand haben, beobach« ten müssen, wenn sie in solchen Versammlungen wollen zuge« lassen werden, dir aus Ehrbarkeit und Tugend halten. Hier allein bleiben die gröbsten Beleidiger ungestraft und euer Geschlecht ist den Gesprächen jedes zudringlichen Wüstlings ausgesetzt, der zu euch spricht. Die Gefahr endiget sich damit noch tiicht. Solche Versammlungen geben oft zu Erklärungen, Verständnissen und Schlingen Anlaß, die man jungen Personen legt u. s. w.