Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 393 (sequence 21)
- Language
- German
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593 den muß uothwendig eine dauerhafte Zufriedenheit bewir« km, weil die Stunden der Unschuld und zur gehörigen Zeit genossene Vergnügungen, nie durch den Gedanken eiuer verabsäumten Pflicht, oder einer unwürdig verschwenderen Zeit und übel angewandter Kosten verbittert werden. Vielleicht werden dicß aber einige für ein sehr trauriges Gemälde von Glückseligkeit halten. Die Einbildungs« kraft junger Leute klcider sich gemeiniglich in ein weit froh« licheres Gewand. Auch glauben sie sich selbst nicht zu tauschen, wenn sie von den verschiedenen Gestalten schlie« ßen, unter denen es sich ihnen dargebotcn hat.' Freude und Entzücken scheinen ihnen nur ans den Gesichtern der« jenigen zu glänzen, die sich in dem Zauberkreise der Zer« streuung umher drehen. Die Jugend, sagen sie, ist die Zeit des Genusses. Sie beschließen also, die Sorgen der Welt hinter sich zu werfen, das Nachdenken zu verban« nen und der Einsamkeit zu entsagen. Junge, unerfahrne Personen lassen sich freilich durch dm äußern Schein und alle das Geklimper und Flittergold des Lebens hinreißen. Daher kommt es, daß das Leben unter dem Bilde einer Reise vorgestekt wird, zu welcher sie sich so gern einschiffen. Haben diese jugendlichen Abentheurer einmal das Ufer verlassen, wo sie ihre Freiheit einigcrma« ßen eingeschränkt fanden, so gleiten sic nun unvermerkt den Strom hinab nild finden sich im Fortgange von den blumenreichen Ufern entzückt, die sich von beiden Seiten ihnen darbieten. Von ihrem gegenwärtiger! Vergnügen und ihrer Sicherheit berairscht, vergessen sic, daß sie der Ul Jahr!, r. D>»1d- E e