Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 19)
- Language
- German
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391 chm und sie von :Herr eigrnchämlichm Bestimmung ak>;ic« hm, indem wir sie ju Wienerinnen unserer Leidenschaften machen und ihnm die Zäbizkeir traebmm» sie zu lügend» haften Handlungen anzusrnden. Es kann keine wahre Glückseligkeit geben,'wenn diese Principirn mit einander im Streite sind. — In dieser Uebcr^ugunz sollten wir uns sorgfältig ge» gen die Verführung unserer Bez.erdm waffnen; denn widersctzen wir uns ihnm nicht, so werden sie uns rcitzen» alles zu kosten, waS dem Auge lieblich dünkt und den Einnm schmeichelt, in der That aber sehr verderblich scyn kann. Dieser Hang nach der verbolmcn Frucht liegt in der mmschlichcn Natur und unsere crstm Eltcm haben die Zolgm davon durch die traurige Erfahrung empfunden. Mit dem mäßigen Genüße der Dinge nicht zufrieLen, die ihnm das Paradies dardot, das wahreArkadicn der Dich« ter, wo alles Unschuld und Lebe war, fühlten sie die trau« rige Wirkung des Derbrechms durch die Begierde, die Se« gensiände des Genusses zu veno::!fälligen, ohne zu überle« gen, ob sie dadurch dir Zrrudru des Lebens vermehren, oder verringern wärdm. Dirß ist das erste Beispiel, des» sen die Geschichte erwähnet, von dm unglücklichen Folgen aller zägellosm, unzcsctzmäßigcn Begierden: denn das ist ohne Zweifel gesetzwidrig, was entweder verbotm ist, oder unserer vernünftigen Natur nicht zusagt. Wenn wir gie« rig durch den Emuß solcher Dergnügungm di« Sinne bt« ftiedigm, wodurch dir keidmschaftm in Flammt« gesetzt werden, welche die Kräfte der Seele schwachen und das moralische Priverpbas in uns ist, unterdrücken, so esse»