Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 382 (sequence 10)
- Language
- German
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Diejenige» also, die ein kluges und bescheidenes Frauen« zimmer, welches der zärtlichen Empfindungen einer Gattin und Mutter fähig ist und die Pflichten von jeder treulich zu erfüllen sucht, zu finden wünschen, werden sie gewiß nicht auf den öffentlichen Lusiplätzen, sondern in der Stille und Eingezogenheit aufsuchen. Daher betrügen sich die gar sehr, die durch ihre Erscheinungen auf allen Versamm« lungsönern des Vergnügens ein Herz zu erobern denken. Ein wahres Verdienst sucht Schatten, und so muß die descheidene und kluge Schöne in ihrer häusliche» Entfernung ausgesucht werden. Die Damen deS alten Griechenlandes brachten den größten Theil ihrer Zeit in den Häusern, ja selbst im Innersien derselben zu. Ein lateinischer Geschichtschreiber hat eine Vergleichung zwischen den römischen und griechischen Schriftstellern angestellt. ״Wo ist der Römer," sagt er, ״der sich schämen würde, wenn sein Weib bei einem öf« ״fentlichen Feste erscheint? Ist wohl ein Haus, wo die ״Frau nicht den vornehmsten Platz im Hause einnimmt ״und außer .demselben sich nicht in öffentlichen Versamm« jungen crlustiget? Ganz anders denken hierin die Griechen. ״Eine Griechin zieht nur mit ihrer Familie Besuche. In ״ihrem Hanse findet man sie nur in dem abgelegensten ״Theile desselben, und Niemanden, als ihren nächsten ״Verwandten, wird bei ihr der Zutritt verstattet." Hieraus sieht man deutlich, was die Griechen über die weibliche Erziehung dachten. Vielleicht halten es einige für eine zu große Verfeinerung der Bescheidenheit. Indes«