Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 7)
- Language
- German
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379 ihr« eigenen Herzen verstrickt wurden! Wie beweinenswür« big ist aber alsdann ihre Lage, wir mögen sie ansehen, von welcher Seite wir wollen! Ist die weibliche Ehre ein« mal verloren, so ist sie es unwiederbringlich. Die Unglückliche Dulderin mag nur einen Winkel aufsuchen, ihre Schande zu verbergen und dem hämischen Blicke einer Welt zu entgehen, die sich's zur Freude macht, ihre Schmach auszuposaunen. Aber wo soll der seyn? In dem elterli« chen Hause? — in dem Hause, das durch sie entehrt wörden? Kann sie ein Zeuge von den herzangreifenden Aeng« stcn seyn, die ihr schlechtes Betragen ihren Eltern und Freunden verursacht hat? Das Nachdenken kommt mit einem gedoppelten Stachel bewaffnet — halt ihr ihren eig« neu Zustand mit allem seinen Elende und Schrecken vor und erschweret die Folgen von der Hartnäckigkeit, mit der sie einer unbesonnenen Leidenschaft nachhieng, indem sie ihr zugleich den Gram und Kummer unter Augen siellt, den sie über diejenige» gebracht, deren guten Rath sie verwarf und deren Frieden sie auf ewig untergraben hat. Töchter aber sollten sich ganz besonders als die Hauslichen Trösterinnen ihrer Eltern ansehen, bei denen sie be« ständig wohnen und die von ihren wachsenden Tugenden, ihrer sanften Gemüthsart und bescheidenem Betragen den größten Thcil ihrer Glückseligkeit herlcitcn. In ihrem pflichtvollcir und liebreichen Betragen hoffen sie einige Der« grltung für ihre vergangenen Sorgen und Mühstiigkeitm zu finden. Wen» nun aber ein Abscheu vor ihrer eigenen Heimath — ein Durst nach immerwährenden Vergnügun« gen außer derselben und eine Verschmähnng der elterlichen D d 2