Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Einige Worte an junge Frauenzimmer
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 6)
- Language
- German
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378 פ verbannet einen so unglücklichen Glauben aus eu« rrn Seelen; und scyd versichert, daß ihr euch nie Glück« seligkeit von einer Verbindung versprechen dürft! die nicht auf Tugend gegründet ist. Denn wie könnt ihr auf die Ehre und Treue eines Mannes rechnen, der sein Leben in der Zerstreuung;»gebracht hat? Wie leicht aber wird euer Geschlecht in eine solche Verbindung gezogen, wenn ihr einmal diese öffentlichen Platze besucht, wo sie umher schwär« men! Wie unglücklich sind schon viele dergleichen Verbin« düngen «msgeschlagen! Wie verschieden zeigt sich der Mann von dem Liebhaber! Mcistentheils beweist der Erfolg, daß niederträchtige und eigennützige Triebfedern da waren: und die unglücklichen Opfer ihrer Grausamkeit werden allein gelassen» um die traurigen Folgen ihrer Hartnäckigkeit und Unbesonnenheit zu beweinen. Cv schlimm auch dieser Abriß scheinen mag, so fallt doch in der Ausführung die Malerei noch weit schwär;er aus. Solche Verbindungen junger Frauenzimmer endigen sich nicht einmal immer so ehrenvoll — wenn anders eine solche Verbindung ehrenvoll genannt werden kann, wo auf einer Seite Schwachheit und blinde Neigung und auf der andern Verräthcrei und Niederträchtigkeit daS Band knü« pfen. Denn da wider die Reinigkeit der Ehre nichts ein« zuwenden ist, deren Erhaltung, wie ich voraussetze, euch allezeit am Herzen liegen muß, so habe ich mich des Worts m diesem Sinne bedient. — Wie viele unglückliche Mädchen aber sind das Opfer der vereinten Gewalt von Versprechungen und Betheurungen geworden, denen sie zu leicht geglaubt und von deren zärtlichen Uebcrraschungen