Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Über die Fortschritte der Hamburgischen Israeliten in der wissenschaftlichen und sittlichen Bildung, besonders in der Erziehung
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 7)
- Language
- German
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245 Der glückliche Fortgang dieser Anstalt beweiset hin-- länglich, daß wenn vormals viele Jftaelitische Hausväter von der Mittlern und derniedcrn Klasse sich über die Ungeschickiichkcit und den Müßiggang ihrer Weiber und Töchter zu beklagen hatten, der Grund davon keinesweges in dein dösen Willen der weiblichen Jugend, sondern bloß in dem Mangel an Gelegenheit zu einer zweckmäßigen Ausbildung derselben lag. Fleiß und Ordnungsliebe sind durch Mad-- chen aus dieser Anstalt in arme Familien gebracht wer-- den, die bis dahin kein Mittel sahen sich der Dürftigkeit zu entziehen, weil es ihnen an diesen Eigenschaften fehlte. Acltere Schwestern Heilen die erworbenen Geschicklichkei« ten ihren jünger» mit. Mehrere gewinnen ihren Unterhalt durch Arbeiten, die sie zu Hause verfertigen, andere durch Nähen, oder Unterricht in fremden Hausern. Ein schönes Beispiel gicbt eines dieser Mädchen, das ihren verarmten Vater fast allein durch die Arbeit ihrer Hände nährt. Untcr den Anstalten, die von Erziehern Israelitischer Religion für Söhne wohlhabender Eltern hier angelegt wurden, ist diejenige, die ein junger Mann aus Lissa, Namens Wolf, vor zehn oder eilf Jahren gründete, die vornehmsie. Dieser Mann, der mit rabbinischer Gelehrsamkeit eine Menge schöner Kenntnisse verbindet, hat nicht allein das Beste, was über die ErziehungSkunsi nn Deutschen, Englischen und Französischen geschrieben ist, mit Aufmerksam« kcit gelesen, sondern auch nach eignen Beobachtungen und Clfahrungen über dieselbe gedacht. Ohne, wie so mancher Marktschreier, dergleichen eö, leider, auch im Erste« hunasjach q>ebr, mit seinem Wissen zu prahlen, mit einer Bescheidenheit, die fast an Mißtrauen in seaic Kräfte.