Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Über die Fortschritte der Hamburgischen Israeliten in der wissenschaftlichen und sittlichen Bildung, besonders in der Erziehung
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 6)
- Language
- German
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244 einigen Jahren sind zwei zu Buchdruckern in die kehre ge» gangen einer hat die Landwitthschaft erlernt, und ein anderer hat hier geraume Zeit in französischen Amtschreibercicn gearbeitet. Nicht weniger wohlthätig ist eine musterhafte Schul» und Arbeitsanstalt, die um die Mitte des Jahres 1799 zum Besten armer Mädchen gestiftet wurde. Die Frauen» zimmer werden hier, unter der Aufsicht eines Israelitischen Ehepaars, unentgeltlich zu weiblichen Handarbeiten, alS Strümpfstricken, Stopfen, Weißnahen, Schneidern und Sticken angeführt. Die drei zuerst genannten Arbeiten zeigt ihnen die Aufseherin selbst, und das Stopfen feiner Zengc, unter andern des Drillichs, (in Niedersachfcn Drall genannt,) ist vielleicht nirgend sonst zu einem so hohen Grade von Vollkommenheit gebracht. Die übrigen Gegenstände des Unterrichtes sind: Schreiben, Rechnen, besonders Uebungen im Kopfrechnen, und so viel Heb» räisch als Frauenzimmer zu wissen brauchen, um den Sinn der Israelitischen Gcbctformeln zu verstehen. Die Mit» giicder der erhaltenden Gesellschaft, außer daß sie ihre Beiträge liefern, sorgen zugleich dafür, daß es demHause nie an Arbeit fehle, wozu auch christliche Frauenzimmer Bestellungen machen. Was für die Arbeiten cinkommt, wird thcils zum Besten der Anstalt verwandt, und theils den Arbeiterinnen zu gute geschrieben. Der, Schülerinnen sind gewöhnlich fünfzig, und die Anzahl würde, wenn die Gesellschaft ein ׳ geräumigeres Hans hätte finde» könuen, weit größer seyn. Jährlich werden Prüfungen angestellt, wobei von den verfertigten Arbeiten Proben vorgelegt, und von den anwesenden Damen benrtheilt werden.