Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Über die Fortschritte der Hamburgischen Israeliten in der wissenschaftlichen und sittlichen Bildung, besonders in der Erziehung
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 243 (sequence 5)
- Language
- German
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243 lernm sie, indem der kchrer sie bald die Buchstaben cinzelner Wörter mündlich angeben läßt, bald ihnen Aufsätze langsam in die Feder sagt. Den Geübter«, werden Ausarbeitungen und Uebersetzungen a««fgegcben. Französisch wird, si> gut wie das Deutsche, nicht bloß durch Lesen und durch die gewöhnlichen Aufgaben gelernt, sondern auch gesprochen. Beim Schreiben wird auch die jüdische Schrift, weil der Gebrauch derselben dem jungen Israeliten bei manchen Gelegenheiten immer noch nothwendig ist, nicht vernachiaßigt. Die alten Bücher der Hebräer werden bloß in Absicht auf die Sprache gelesen, und dein häuslichen Fleiße der Schüler wird es überlassen, sich mit den rabbi- Nischen Erklärungen bekannt zu machen. Ucberhaupt schließt der Zweck dieser Anstalt eigentlich gelehrte Kenntnisse völlig aus, zu deren Erwerbung indeß ein fleißiger Zögling, wenn er künftig sich denselben zu widmen Beruf und Gelegenheit findet, hinlänglich vorbereitet scyn wird. Der Erfolg hat die Erwartungen der Gesellschaft ge» rechtfertigt. Israelitische Knaben, die bei ihrer Aufnahme zu den unwissendsten, unordentlichsten und ungesittesten ge« hörten, haben als unterrichtete, ordentliche, gtsittcteMenschcn die Anstalt verlassen; daß verschiedene hier gebildete junge Leute sich in Handelshäusern durch Geschicklichkeit Ordnungsliebe, Fleiß und Rechtlichkeit ausgezeichnet ha» ben, verdient doch wohl bei einer Menschcuklass׳, deren meiste Mitglieder sich bisher allein vom Handel nähren konnten, ausdrücklich erwähnt zu tverden. Aber mehrere haben auch andere Geschäfte gewählt. So haben sich un» ter andern zwei dem Jugendunterrichte gewidmet, und vor