Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Über die Fortschritte der Hamburgischen Israeliten in der wissenschaftlichen und sittlichen Bildung, besonders in der Erziehung
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 3)
- Language
- German
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2 4* rin Wunder gewesen, eine Volkeklasse, der so geflissentlich alle Mittel zur Geistesbildung abgeschnittcnwurden, auf immer in träger Unwissenheit hinbrüten zu sehen? Mußte nicht das vielmehr Erstaunen erregen, unter einer solchen Volksklasse Männer zu finden, die den Werth und die Nothweudigkeit einer guten Erziehung so ganz einsahen, und edel genug dachten, um den Mangel derselben unter ihren Glaubcnsbrüdern, mit Aufopferung von Zeit, von Kräften und Vermögen abzuhelfcn? Lange schon ließen Israelitische Väter ihren Kindern im Hause den Unterricht ettheilen, den dieselben in den Israelitischen Schulen nicht fanden, und der ihnen in den übrigen Lehranstalten versagt wurde. Noch immer gaben indeß viele den Wunsch und die Hoffnung nicht auf, ihre Jugend an den Wohlthaten des öffentlichen Unterrichts Theil nehmen zu lassen, und machten, sobald ein besserer Zeitgeist ihnen diese Gelegenheit verstattete, Gebrauch davon. Aber ehe noch dieses Glück ihnen zu Theil ward, erstreckte sich schon ihre Sorge für die Veredlung des aufkeimcnden Geschlechts über den Kreis ihrer eigenen Familien hinaus. Zwei und zwanzig Jahre sind nun verflossen, seitdem eine Gesellschaft Jsrae« litischcr Männer und Hamburgischer Bürger zur Gründüng einer Bildungsanstalt für die Israelitische Jugend zusammentrat. Die Kosten zur Erhaltung dieser Anstalt bestreitet die Gesellschaft theils von jährlichen Beiträgen ihrer Mitglieder, theils von dem Schulgelde, das die vermögcndern Eltern für ihre Kinder an die Vorsteher entrichten: doch ist die letztere Quelle durch die Zeitumstände, wobei die Zahl der dürftigem Zöglinge täglich zunimmt, beinahe versiegt, und dir Fortdauer dieser Etifitung ge-