Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 18)
- Language
- German
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37 Gewandtheit und logischer Constquenz. Gott, Mariane und seine Freunde setzten seine Ideen am mei« stcn in Kreislauf. Seinen Tod hielt er für unausbleiblich; doch entfuhr ihm mehrmals der Wunsch sein Leben noch einige Zeit gefristet zu sehen. Mit vollem Bcwußtseyn machte er mehrere Dispositionen, die ihm beschworen wer. den mußten. Dahin gehörte unter andern die, daß sein ״Tempel der freundlichen Liebe," ein Pfand der innigsten Treue, gleich nach seinem Verscheiden seiner Geliebten mit einem letzten Lebewohl überbracht werden sollte. Seine Aerzte waren der Oberhofrath P i d e r i t und der Hofrath H u n o l d. Feist, zwei junge Michel und sein Friseur, Kancrin, machten sich um seine Pflege hochverdient, und achteten weder Zeit noch Strapazen, um jedem seiner Winke zuvorzukommen. Viele angesehene Christen - >md Israeliten - Familien bezeugten, nicht bloß durch Worte, sondern auch durch thatige Hülfe, ihre zärtliche Thcilnahme. Indessen wurde Liffmanns Zustand täglich kritu scher, seine Vulkanische Phantasie, die helllodernde Flamme der Liebe, der nagende Wurm der Sorgen verzehrte ihn, und er beschloß am 30. Nov. 1803, um halb 4 Uhr des Morgens, im 3!sten Jahre seines Alters, an einer ganzlichcn Erschöpfung der Kräfte, seine rühmliche Laufbahn. — Groß war der Schmerz aller derer, die ihn im Leben kannten und ihn zu würdigen verstanden. Viele drängten sich herzu und benetzten seinen skelet - ähnlichen Leichnam, in dessen Antlitz sich eine Sokratifche Ruhe und Sanftmuth spiegelte, mit Thronen der tiefsten Empfindung, und — er war chrcr werth! — Die Gelehrten - Republik verlor