Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 17)
- Language
- German
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2j6 die schnelle Geburt einer erhitzten Phantasie, einer lieber trunkenen Cecle. Eine Vignette stellt das Heiligrhum dar. Merkwürdig ist es, daß dieses schriftliche Denkmal noch kurz vor dein Anfang seiner Krankheit seine Vollendung erreichte. Schon malte ihm Phantasus mit blühenden Farben die Zukunft; schon sah er mit unruhiger Sehnsucht dem nahen Zeitpunkte entgegen, wo ihn Talaßius mit der wvn« nigen Braut seines Herzens auf ewig vereinigen würde, als eine plötzliche Krankheit, durch eine aus Diensteifer vernachlaßigte Verkalkung;»gezogen, ihn auf das Siech« bett warf. Sobald ich seinen Anfall erfuhr, eilte id) zu ihm hin. Es war ein Abend in der Mitte des Novem« bers. Er wird mir immer unvergeßlich se»n. Mit vcr« hülltem Haupte lag Liffmann auf dem Eopha; ein heftiges hitziges Fieber brannte i» allen Gliedern; klagst» ches Gewimmer ertönte, so oft der Kopfschmerz zunahm. Jeden etwas freien Augenblick benutzte er zum Reden. Er sprach mit vieler Besonnenheit und lispelte unter andern: ״Ihre Gegenwart ist Balsam. Setzen Sie sich mir gegen» über. — Id> schwebe in Lebensgefahr, fuhr er nach einer Panse fort, lange wcrd' id) nicht leiden. Eine Gehirnent» zündung ober ein Nervenschlag-". Bei diesen Wor« ten verstummte er. Seine Krankheit schien sich einigemal zu lindern, um mit verdoppeltem Ungestüm wieder zu kommen. Biswei« len trieb seine Imagination ein wildes Gaukelspiel, das alle ladien machte; bisweilen war er ruhig und ernst, und djsscrirte über di> wichtigsten Gegenstände mit rhetorisd)er