Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 16)
- Language
- German
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hatte ihm hohen Pathos der Gedanken und des Ausdrucks zum Bcdürfniß gemacht. Im Sommer 180-5 trat er in P. mit Mariane H., einem gebildeten liebenswürdigen Frauenzim»!cr in nähere Bekanntschaft. Ihre körperliche Anmut!) im lieblichsten Einklang mit ihrem Hellen kenntnißreichen Kopfe und ih. rem Charakter voll Naivetat, Sittsamkcit und Adel, rührte Liffmanns gefühlvolles Herz mit der Macht einer Zaubcrruthc. Er bat um ihre Liebe und Hand und — ward erhört. Als Prosaist war er weggegangcn, als Dich« ter kehrte er wieder. Ein ununterbrochener Briefwechsel füllte nun seine Erhvlungsstunden aus. Jede Antwort von der Hand der Geliebten bereitete ihm ein neues Fest, an dem ich bisweilen (doch erst späterhin) Theil nahm. Die Liebe war ihm jetzt, in allem, was er sann und lhat, Sporn und Hebel, Mariane die Achse, um die sich alles drehte. Ihre Briefe, ich muß es gestehen, waren voll von Licht und Wärme; mehrere von ihnen hatten de» Druck verdient. Kindlich freute er sich, als er eines Tages Ewalds treffliche Kunst, ein gutes Mädchen, eine gute Gattin rc. zu werden, bei mir kennen lernte. Ungesäumt wurde das Werk gekauft und nach P. gesandt. Ein dichterisches Produkt, Tempel der freundschaftlichen Li cbe genannt, zum Geschenk fiir die Einziggelicbte bestimmt, eutsproßre dem Boden der zauberisch - mächtigsten der Leidenschaften. Eapphische Glut und orientalischer Schwung wechseln darin mitOssta« nischer Stärke und Einfalt ab. Dessen ungeachtet ist es kein Kunstwerk, das d׳e Fackel der Kritik vertragt; sondern R 2