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Sulamith · 1811-01-01 · 1 Bd.4 H. (1811) · p. Seite 231

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Dritter Jahrgang 1810-1811
Issue
1 Bd.4 H. (1811)
Article
Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
Date
1811-01-01
Page
Seite 231 (sequence 12)
Language
German
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folg eine Rolle zu spielen, war er ganz dazu geschaffen, in der engen Sphäre der Häuslichkeit ein trefflicher, nützlich wirkender Mann zu seyn. Ein luftiger Stutzer oder eine radotirende Dame der eleganten Welt würde sich in seiner Gesellschaft schlecht gefallen haben; ernste wissenschaftlichr Männer, vorzüglich wenn sie sich für Heilkunde, Philosophie und Aesthctik interessirten, sowie gute, sinnige, zierliche Frauen würden sie hingegen ganz behaglich gefunden haben. Alles legte er auf das Günstigste aus, und ließ sich einmal die Moralität einer Handlung nicht entschuldigen, so war er bemüht, sie als ein bloßes Versehen darzustellen. Einst hatte er einen andern Arzt, der ihn zuerst gereizt, in einer plötzlichen Aufwallung des Bluts einen Chartatan genannt. Dieser drohte ihm mit einer Jnjurienklage. Liffmann war inzwischen kalt geworden. Reuevoll bot er unverzüglich beide Hände zum gütlichen Vergleich, und er kam zu Stande. — Raebstrcht, Haß, Verlaumdung waren ihm überhaupt Utopien. Selbst bieder und wahr, zu spät, und zwar ohne Mentor, geführt auf den trügenschen labyrmlischcn Schauplatz der Welt, war er zu vertrauensvell, kannte er die Menschen und die Falten ihres Herzens zu wenig, um nicht öfters ein Opfer ihrer List und Bosheit zu werden. Wer nie lügt, glaubt leicht, und wer nie hintergeht, ist mit seinem Vertrauen kein Geizhals. Als Arzt wurde Liffmann von seinen Patienten außerordentlich geschätzt und geliebt, von manchen seiner Zunftgenoffen beneidet und gefürchtet. Seine Unverdrossenbeil, seine Uncigennützigkeit, seine Bedachtsamkeit, sein sanfter theilnchmcnder Zuspruch, sein unermüdlicher Eifer

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