Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 11)
- Language
- German
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2zc> allzu laßig beinl Eintreibcn, war rr zu gutmüthig, um «ine n!ilde Spende zu versagen, zu wenig Rechner, um seine Ausgabe und Einnahme immer in Verhältniß zu bringen. So befand sich vergüte Liffmann oftmals in Verlegenheit, ohne gerade die dienlichsten Mittel zur Auflösung desselben zu ergreifen. Einst kam eine arme Frau zu ihm, die unter dem bleiernen Joch einer Unglücklichcn Ehe seufzte, und ihn um eine kleine Unterstützung bat. Leider war Liffmann gerade von Geld entblößt. Unverholen erklärte er, daß es ihm nicht an gutem Willen, sondern nur an Kraft fehle, und suchte sie auf eine andere Zeit zu vertrösten. Flehentlich wiederholte die hülfsbedürftigc Gattin ihre Bitte, Thränen rieselten über ihre Wangen. Langer konnte Liffmann nicht widerstehen. Tief gerührt eilte er in ein Nebengemach und gab der armen ein kostbares Tafclgcdeck aus der elterlichen Verlassenschaft. — Der Zirkel seiner Freunde und genauem Bekannten war sehr klein. Prof. Murhard, als Mathematiker und durch seine Reisen vorthcilhast bekannt, und ich pflogen mit ihm einen engern freundschaftlichen Umgang. Ein junger Glaubensgenosse von Kopf und Energie, Isaak Feist aus Bamberg, war ebenfalls durch das Band der Freundschaft und Dankbarkeit mit ihm verkettet. Die« ser junge Mann äußerte einmal den Wunsch, Medicin zu siudiren; sogleich erbot sich Liffmann sein Lehrer, sein Rathgeber, und mehr als das, zu werden. Daß er Wort hielt, daß er mehr leistete, als er versprochen ist leicht zu denken. In socialen Verhältnissen war Liffmann ungemein dienstfertig, bescheiden, verträglich, behutsam. Durchaus ungeschickt auf dem großen Welttheater init Er«