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Sulamith · 1811-01-01 · 1 Bd.4 H. (1811) · p. Seite 229

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Dritter Jahrgang 1810-1811
Issue
1 Bd.4 H. (1811)
Article
Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
Date
1811-01-01
Page
Seite 229 (sequence 10)
Language
German
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22A ein Fremdling: Was er faßte, faßte er weniger schnell, als fest mid gründlich. War es aber einmal der Tafel seines genialischen Kopfs eingegraben, so stand es auch unauslöschlich und in seiner ganzen Folgcnreihe da. Sein Herz war unschuldig, guter Eindrücke hochempfänglich, heiter, theilnehmend, liebreich; Lugend, Freundschaft und Cosmopolitismus waren für ihn Idole; Bedrückungen, Jntriquen, Kriechereien, Mißbräuche der süßen Gaben des Bachus und der paph.schen Göttin verabscheuungs-vürdige Greuel. Die Natur hatte ihm, so schien es mir, einen zu hohen Grad von Sensibilität und zu wenig Kraft, sie zu ertragen, verliehen. Er gehörte unter die Klasse der glücklich - unglücklichen Menschen, die in einer Stunde mehr denken und empfinden, als andere in einem Jahre. Eine köstlich und zugleich traurige Mitgift! Sie schafft Freuden, die den kalten Seelen unbekannt sind, aber auch Qualen, die ihre Vorstellungen übersteigen. Seine Lebensweise war höchst einfach, theils aus Neigung, theils durch die Schranken der äußern Umstände beengt. Ein eifriger Anhänger Brown's zog er ein gutes Stück gebratenes Fleisch und einige Glaser Rebensaft allen übrigen Delikatcssen vor. Seine Kleidung und sein Zimmer trugen sehr oft das Gepräge einer (ich möchte sagen) gelehrten Nachläßig« feit. Anders, als mit einem Buche in der Hand einznschlafen, war ihm zur Unmöglichkeit geworden. In der Oekonomir war er ein Laie. Weit entfernt, ein unbeson׳ neuer, eitler Verschwender zu seyn, wußte er doch den wahren Werth des Geldes, dieses allmächtigen Nervs aller Dinge, nicht zu schätzen und dasselbe nicht mit weiser Sparsamkeit zu gebrauchen. Allzu intcressirt beim Erwerben,

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