Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304630-10858306-2305675--03188-2306033- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LL4 Liffmann knüpfte mit mehreren Studenten jüdi« scher Religion einm vertrauten Umgang an, seine Nei» gung zu den Wissenschaften wuchs von Tage zu Tage. Bald saß er selbst zu den Füßen der Lehrer und hörte die Dortrage der Geschichte, Physik, Philosophie und Spra« chen. Der Tod hatte ihm mzwischen seine Mutter geraubt. Ein und zwanzig Jahre alt kehrte er nach Kassel zurück, und nun wurde förmlich der Plan entworfen, sich der Heilkunde zu widmen. Seine Hauptbeschäftigung war, während dieses Aufenthalts in der Vaterstadt, die gründliche Erlernung der lateinischen Sprache, in der er bis« her vernachtaßigt worden war. Sein unermüdlicher Fleiß überwand in Kurzem alle Schwierigkeiten. Er besuchte hieraus die Akademie zu Marburg, und nahm neben den Collegien noch Privatunterricht. Sein Eifer für die Literatur, seine Anstrengung, mit der er die Vorträge bearbeitete, sein Betragen als akademischer Bür« ger, war musterhaft. B a l d i n g e r (um den nun auch leider die Welt ärmer geworden ist), schenkte ihm seine ganze Gewogenheit. Nach einem zweijährigen Verweilen in diesem Musensitz eilte er nach G ö t t i n g e n, wo er ebenfalls zwei Jahre blieb und sich die Achtung aller, die ihn kannten, erwarb. Das fünfte Etudierjahr brachte er in Marblirg z«l und nahm den Doktorhut. Als Student schon wurde er Mitglied der Gesellschaft der Entbin« dungskunst zu Göttingen; auch legte er als solcher, in D a l d i n g c r's Magazin für A c r; t c, eine lobens« würdige Abhandlung nieder. Bereits auf der Akademie War er für manchen dürftigen Musensohn, ungeachtet er