Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd.4 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Lucius Liffmann, der Heilkunde Doktor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 6)
- Language
- German
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selbst mchts überflüßig halte, Wohlthäter, späterhin auch Lehrer, und das mit einer Bescheidenheit, die nur die liebliche Frucht des wahren Verdienstes und der lau« tern Sittlichkeit ist. Im Jahr!798 kam «r als Arzt nach Kassel. Seine Aussichten waren nicht die erfreulichsten. Der größte Theil des Vermögens war auf das Studirrn verwendet worden; an rinfiußrcichen Verbindungen fehlte es ihm gänzlich, an Patrikanten war eher Uederfiuß als Mangel, an seine Glaubensverwandten mochte er sich nicht eng anschmiegen, weil er die meisten in vielen Punkten mit seinen Grund» fätzen zu disharmonisch fand, und von Seiten der Christen war wenig zu hoffen, weil sic kein Zutrauen fassen würden. L i f f m a n n n ließ indessen den Muth nicht sinken, so wie ihm überhaupt selten oder nie vor der Zukunft bangte; ein beneideuswerthes Glück guter Menschen, denen stür« misch« Leidenschaften fast ganz fremd sind! Ihr Herz gleicht einem krystalthellen See; den wohl bisweilen ein leichter Windhauch kräuselt, auf dem sich aber nie Orkane brau׳- fendcr Wogen thürmen. Nach und nach erheiterte sich der Horizont. Mehr als rin Stein des Anstoßes mußte aus dem Wege gewälzt werden, bis er die Lizenz erhielt. Was der Grund davon war?— Ich mag den Vorhang nicht lüften. So viel ist gewiß, daß sich sein Oheim bei dieser Gelegenheit endlich seiner annahm, und sich durch seine kräftigen Empfehlungen sehr um ihn verdient machte. Solch eines Mannes bedurfte Liffmann, denn die Blödigkeit ist bei den sogenannten Männern der Welt eben kein Re» kommendationsbrief. Da seine praktischen Geschäft« an-