Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Darstellung der Töchterschule des jüdischen Philantropins in Frankfurt am Main
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 193 (sequence 17)
- Language
- German
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!95 der Religion schon deswegen dem beabsichtigten Zweck nicht mtsprechen können, anderer Mängel nicht zu gedenken. Die weiblichen Arbeiten bestanden bisher in Stricken, Nähen, Kunsisti icken und einigen leichten Strickereien nach den Fähigkeiten der Kinder und de» Wünschen ihrer Muttcr. Diese bitte ich Folgendes zu beherzigen. In den Strick-und Nahschulen, wo der größte Theik des Tages hierauf allein verwendet wird, können die Kinder freilich oft verfertigte Arbeiten nach Hause bringen: in unsrer Schule aber, wo es um die ganze Bildung zu thun ist, — wozu mehr als Stricken und Nahen gehört— können nur 2 — 3 Stunden des Tages hierzu bestimmt werden. Das ist nun völlig hinreichend, um diese Arbeiteu im Laufe der Schuljahre gründlich zu erlernen, ihr könnt aber nicht verlangen, daß eure Mädchen oft Atzbeiten nach Hause bringen, wenn die Lehrerinnen euch nicht hintergehcn und an jedem Stückchen mehr als die Zöglinge arbeiten sollen. Diesen Betrug möchten unsre Lehrerinnen euch nicht spielen und halten es für zweckmäßiger, solange austrennen und verbessern zu lassen, bis es die Schülerin nach Alter und Fähigkeiten vollendet hat. Die Arbeiten in unsrer Schule sollen treue Proben von den Fertigkeiten der Schüler darbieten. Eine erste Mädchcnklasse hat unsere Schule noch nicht, da, nach unsrer Meinung, eine solche sich erst in der Folge bilden muß. Die Benennung zweite Klaffe ist zugleich ein Wink für die Schülerinnen, auf welcher Stufe sie stehen. Diese kurze Darstellung mag hinlänglich scyn, um dem Publikum bei dieser ersten Prüfung den Gesichtspunkt m. Mrq. a. Band. .0