Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Darstellung der Töchterschule des jüdischen Philantropins in Frankfurt am Main
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 16)
- Language
- German
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192 FamilienjiM ftohe n»d andächtige Empfindungen erwecken, einen, wegen Stoff zur Unterhaltung verlegenen Zirkel erheitern und manche langweilige Stunde zu Hause angenehm ausfüllen kann. Möchte man doch in unser» Anstalten dieser Kunst ein Paar Stunden gönnen, die vielleicht mehr wahren Nutzen stifttt als so manches andere, was da gelehrt wird. Bei dem Unterrichte in der Moral u. Religion ging mein Bestreben immer dahin, das erwachende Gefühl zu starken und dem falschen, affektirten und überspannten eine bessere und natürlichere Richtung zu geben. Sittsamfeit in Mienen und Gcbehrden, Aufrichtigkeit, Ordnung und Reinlichkeit waren die Mittelpunkt, zu denen ich oft zurückkehrte. Zuweilen benutzte ich eine, durch zufällige Umstande oder durch eine interessante Erzählung hcrbcigcführte günstige Stimniung, um von Gott und Unsterblichkeit zu sprcchcn, und schloß alsdann mit einem Gebete, wozu mir Marezolls Andachtsbuch gute Dienste leistete. Von posttrver Religion habe ich b ish er wenig gesprochen, ob ich gleich vollkommen überzeugt bin, daß es in dein Alter geschehen muß, wo der Geist noch nicht von andern Meinungen und Vorurthcilen eingenommen ist. Die ausführ« liche Erörterung dieses Punktes gehört nicht hierher, nur dieß kann ich nicht unbemerkt lassen, daß die zehn Gebote beim Religionsunterrichte der Kinder nicht zum Grund gelegt werden können; daß es wiedcrsinnig wäre Kinder» zu sagen: Du sollst keine Götzen anbeten, nicht stehlen, morden u.s.w. und daß die bisher erschienenen Lehrbücher