Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Darstellung der Töchterschule des jüdischen Philantropins in Frankfurt am Main
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 15)
- Language
- German
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tf>1 nigen Sprachreichthum zu verschaffen, wurde ein Theil von Engelmanns Erleichternngsmiktel auswendig gelernt. Auch in der zweiten Madchenklasse mußten häufige Leseübungen angestellt und die Grammatik beim Dekliniren angcfangen werden. Sobald eine Schülerin die franzost« sehe Schrift erträglich schreiben konnte, wurde sie zum Uebersetzen der leichtesten Aufgaben ans Mozins Gramms« tik angehalten, um sie in der Formenlehre fester zu machen, weshalb auch in den letzter» Monaten die Bildung der Zeiten gründlich gelehrt wurde. Das Jeicl-nen ist eine Kunst und erfordert als solche lange und anhaltende Ucbung. Der Zeitraum eines Iah« res ist bei Kindern nicht mehr als eine Vorübung und kann die Erwartung nicht spannen. Hr. Böhmer fing seinen Unterricht damit an, die Kinder im Zeichnen aller Arten von Linien zu üben. Sodann wurden sie angeleitet mehrere Linien symetrisch zu verbinden und die Figuren auf allerlei Art zu verzieren. Diese Verzierungen führten nun natürlich auf das Blumenzeichnen, das für Mädchen so anziehend ist und bei ihren Arbeiten eine vielfältige Anwendung findet. Den Singunterricht crtheilte Hr. I u n k der zweiten und dritten Klasse in zwei wöchentlichen Stunden. Erre« gung des musikalischen Sinnes, besonders des Taktge« fühls, und erste Bildung der Stimme war allein der Zweck der in dieser kurzen Zeit angestelltcn Ucbungen. Wir versprechen uns viel Gutes von diesem Gegenstände für die Erweckung eines bisher noch schlummernden Gefühls für diese göttliche Kunst, durch welche das Weib i» seinem