Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Darstellung der Töchterschule des jüdischen Philantropins in Frankfurt am Main
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2304627-2304628-2304630-10858302-2305668--03142-2305999- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1yo von bcr ängstlichen elemeutarischen Stufenfosge abweichen zn müssen. Ich suchte daher mehrere Uebungei mit einander zn verschmelzen und trieb das Kopfrechnen bis zn denjenigen Operationen mit gebrochenen Zahlen, die ohne Vcrwandelung der Brüche gemacht werden können. Dann ging ich zu dem Ziffernrechnen über und verweilte lange bei der Entwickelung unseres Zahlensystems in ganzen Zahlen und Decimalbrüchen. — Warum sollte man diese überge« hcn, wenn der Schüler einen richtigen Begriff von einem Bruche hat? — Bei dem weitern Unterricht in den Rechnungsarren liest ich einer jede» mehrere Exempel ans dem Kopfe vorhergehen, bis sie eingesehen hatten, daß das Ziffernrechncn bloß Hülfsmittel für das Gedachtniß, übri« gens aber nicht im mindesten von der Art verschieden sey, wie jeder mit gesundem Menschenverstände und unserm Zahlensysteme rechnen würde. Bei dem Unterricht in der Muttersprache mußte ich neben der Entwickelung der Redetheilc — das Wesentlichste der Sprachlehre und die schönste Versiandcsübung — besonders mit der Rechtschreibung beschäftigen, die zwar an sich in unsrer Sprache sehr leicht ist, aber durch einen schlechten Leseunterricht sehr erschwert wird. Um diesen Unterricht zugleich zur Verstandes - und Sprachübung zu machen, ging ich die Ableitungssylben durch und ließ die Schülerinnen Wörter dazu aufsnchen und niederschreibcn. Der Unterricht in der franz. Sprache durch Hrn. Maas beschrankte sich in der dritten Klasse auf's Lesen, Deklinirrn und Conyigiren. Um den Kindern zugleich ei-