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Sulamith · 1811-01-01 · 1 Bd. 3 H. (1811) · p. Seite 185

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Dritter Jahrgang 1810-1811
Issue
1 Bd. 3 H. (1811)
Article
Darstellung der Töchterschule des jüdischen Philantropins in Frankfurt am Main
Date
1811-01-01
Page
Seite 185 (sequence 9)
Language
German
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Wein« ju seinem Spiele braucht, fängt schon an sich in weibliche Zirkel cinzuschleichen; nichts ist da, was diesem reißenden Strome sich eatgegenstemmt, nichts, was daS erkaltende Gemüth zur Andacht erheben könnte. Das unvcrhcirathcte Mädchen wohnt keinem Gottesdienste bei und die andern religiösen Gebrauche, wenn cs etwa dieselben beobachtet, haben ihm keine Bedeutung. Aber mit der Religion verliert das Weib seine schönste Zierde» den Heiligenschcin, der seinem ganzen Wesen eine Engclsgcsialt gicbt, die Stütze der Unschuld gegen die Stürme der Leidcnschaften und Verführung, seine Würde und Achtung in den Augen edler Männer, wenn gleich die Galanterie das Gcgcnthcil zu sagen pflegt. Laßt uns daher in den Schulen alles aufbicten, wodurch Religion geweckt und genährt,wird; fern scy alle Frivolität und schale Raisouirsncht, ein religiöser Ton werde gleichsam in der Schule herrschend, wozu aber alle Lehrer Mitwirken müssen. Wvhlthätig und wünschcnswcrth wäre eine wöchentliche Andachtsstvnde mit Gebet und Gesang in deutscher Sprache, wozu es aber vor der Hand noch an Mitteln fehlt. Die Bildung des Geschmackes am Schönen in der Natur und Kunst, ist für die Erziehung von größter Bedeutung. Das Weib von feinem Geschmacke wird anständiger in fti nein Aenßcrn, behutsamer in seinen Reden, ordnungslicbcnder und reinlicher seyn, und dadurch an Achtung ge- Winnen, und ist diese nicht eine treffliche Schutzwehr gegen die Angriffe des Lasterhaften? Diese Behutsamkeit im Aeußern wird wieder auf das Innere zurückwirken, die Denk, und Empfindungsart veredeln und die Seele auch für dir Eindrücke des Moralischschönen empfänglicher machen.

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