Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Darstellung der Töchterschule des jüdischen Philantropins in Frankfurt am Main
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 8)
- Language
- German
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!84 fett. Diese Anlage seiner Natur sey unsere Leiterin bei sei« ncr Bildung; sie suche die Gefühle zu veredlcn und zu de« richtigen, aber nicht zu anatomiren, damit durch diese Auflösung die innere Warme mcht verfliege und mit dersel» den aller Einfluß auf Leben und Charakter; denn das Weib ist weit weniger als der Mann fähig nach bloßen Vernunftprinzipien zu handeln und die Sekte der Stoiker wird unter ihnen wenig Anhänger finden. Die Entfaltung religiöser Gefühle scheint bei dem Mädchen leichter zu seyn, als bei dem Knaben. Sein ganzes Wesen schmiegt sich so gerne etwas Höherm an, und die Idee eines allmächtigen und allgütigen Vaters der Menschen, einer allwaltenden Vorsehung, die für alle Geschöpfe sorgt, alle erhält und beschützet, thut seinem Herzen sowohl, ist chm eine so kräftige Stütze bei jeder Unannehmlichkeit und Bedrückung, die es zu ertragen hat, daß cs Mühe kosten würde ihm dieselbe weg zu vernünf« teln. Diese Vorstellung der Gottheit, welche durchaus in der heiligen Schrift herrscht, liegt dem ReligionSunte» richt zum Grunde. Philosophische Definitionen sind hier ganz am Unrechten Orte, sie würden den meisten langweilig oder unverständlich seyn; aber schöne anziehende Geschichten, Beispiele von gottergebenen und wahrhaft reli« giösen Mensche» fesseln die kindliche Seele und machen den Glaubcn zu einer Angelegenheit des Herzens, wodurch er allein fähig wird, den Willen zit lenken. Freunde und Lehrer der Jugend! Es ist ivarlichHohe Zeit diesen Gegenstand mit Ernst anzugreifen. Der frivole Wtz, dem nichts heilig ist, der das Edle wie das Ge»