Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Darstellung der Töchterschule des jüdischen Philantropins in Frankfurt am Main
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 182 (sequence 6)
- Language
- German
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182 wenn das Werk gedeihen soll. Auch sind wir weit von dev Eitelkeit entfernt, unsere Art zu verfahren für die zweck« mäßigste und sicherste zu halten.. Aber wenn das Ziel nicht erreicht wird, so ist es doch erreichbar; was jetzt noch unmöglich scheint, kann die alles verändernde Zeit möglich machen, wenn der Hindernisse nicht mehr so viele seyn wer« den. Ein hohes Ideal giebt der Seele Kraft und Deharr« tichkeit und bewahrt sie vor dem gefährlichsten Feinde alle- Großen, dem trägen Schlendrian, der überall unersteig« liche Hindernisse sieht, um auf der betretenen Bahn ohne Mühe fortschleichen zu können. Eine unserer Hauptsorgen muß es seyn, der ohnehin von andern Seiten allzusehr erregten und stark genug her« vorbrechenden Eitelkeit keine Nahrung zu geben, sondern ihren Ausbrüche!» den Damm der Vernunft entgegen zu stellen; damit wird zugleich der Oberflächlichkeit entgegengearbeitet, welche mit derselben nahe verwandt ist. Eitel« feit ist eine Schwäche des Geistes» rin Ueberschätzen äusserer und unbedeutender Vorzüge, beruhend auf falschen Ansichten vom Werth der Dinge; Deutlichkeit der Begriffe und Lenkung des Verstandes auf das Bessere und Edlere sind daher die besten Gegenmittel. Ein anderes dem jungen Mädchen in feiner Bildung sehr nachtheiliges Vorurtheil hat sich mit der Verfeinerung des gesellschaftlichen Lebens eingeschliche» und vielleicht bei uns noch stärker cingerissn. Dieses ist der allzugroße und übermäßige Werth, den man auf die sogenannte konventionelle Höflichkeit legt. Kan» das Mädchen sich nur gut produziren, Schmeicheleien und Artigkeiten artig «nhören