Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Darstellung der Töchterschule des jüdischen Philantropins in Frankfurt am Main
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 5)
- Language
- German
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diesem Bedürfniß auf eine gemeinnützige Weise abzuhelfen, wurde im Anfänge des vorigen Jahres eine Töchterschule mit der Knabenschule verbunden. Wir halten es nicht für überflüßig dem verehrten Publikum mit wenigen Worten die Ideen und Grundsätze anzugeben, die uns bei deren Errichtung vorfchwcbten. Die Anstalt ist vorzüglich den Mädchen aus den mitt« lern Ständen gewidmet. Eie will weder Hofdamen noch gelehrte Weiber erziehen; Bildung des gefunden Menschen« Verstandes, Erweckung des sittlichen Gefühls, Veredlung des Geschmackes, verbunden mit richtigen Ansichten von dein weiblichen Beruf und klarem Bewußtseyn seiner Würde sind die Endpunkte, wohin sie ihre Zöglinge leiten möchte. Zu Hausfrauen im ganzen Sinne des Wortes möchte sie die ihr anvertraute Jugend fähig und würdig machen; zu solchen, die wahre Kultur von Scheinkultur, Natur von Affektation, wirkliche Achtung von modischer Schmeichelei und oberflächliches Witzeln von gründlicher Einsicht zu unterscheiden wissen; zu solchen, die einst die heiligen Mutterpflichten gegen ihre Kinder, dem Geiste so wie dem Körper die erste und heilsamste Nahrung zu geben, erfüllen können und möchten. ״Ein hohes Ideal! höre ich den er- ״fahrnen Erzieher ausrufen; stehen euch denn alle hierzu ״erforderlichen Mittel zu Gebote? Und wenn es wäre, ״wird die Anwendung durchaus zweckmäßig und besonnen ״«yn?" Auf beide Fragen können wir nicht anders als verneinend antworten. Der Erfolg unsrer Arbeit hängt nicht von «ns allein ab, häusliche Verhältnisse und Um« gedungen müssen in innigem Einverständniß Mitwirken,