Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Der Tod Sauls oder die Hexe zu Endor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 3)
- Language
- German
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Die Sünde dir und Straft erst erschaffen. Was du an diesem David findest, liegt Nicht in ihm, liegt in deinem hohen Sinn, Der, selber groß, gern an das Große glaubt. Wer ist er denn? Ein Hirtenknabe, der Don deiner Eroßmulh Zittigen getragen, Schnell zu des Glückes stolzem Gipfel fiog, Von dem er höhnend auf dich niedersieht. Was war denn sein Verdienst um dich? Daß er Die Harfe Dir gespielt? Dieß hatte jeder Getreue Knecht, mit gleicher Kunst begabt, Sich mehr zum Glück als zum Verdienst geschätzt. Was sein Verdienst ums Vaterland? Daß ec Vermessen nach des Riesen Haupt gezielt, Und von des Zufalls leichter Gunst gelenkt, Den Todesball ihm nach der Stirne schwang? Es war die nainliche Vermessenheit, Mit der er um die Königskrone buhlt, Und der nur Gott ein gleiches Glück versage. Wie? Oder war er für den leichten Sieg Denn nicht belohnt? Nicht reichlich abgelohnt? Ist es zu we,lig, seines Königs Eidam, Des Vaterlands geehrter Feldkcrr seyn? Nun bringt er beiden einen würd'gen Dank; Wird Kronen - und des Vaterlandes Räuber! Saul. Nein Ismael, du gehst zu weit. Das wird Er nicht, nicht werden wollen. Er hat Großmuth Geübt an mir. Ich stand' ihm nach dem Leben; Er hatte meines und vergriff sich nicht.