Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Der Tod Sauls oder die Hexe zu Endor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 2)
- Language
- German
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Goß lindernd Oel in meiner Seele Sturm. Die stille Majestät» die reijend mit Der Milde seines zarten Alters stritt; Der Stirne Ernst, der in deS Mundes nie« Verwischtes Lächeln schmolz, der Stimme Klang Und der Bewegung hohe Grazie — Ihn bildete zum Engel alles, dem Das tiefste Winseln der Verdammten schweigt; Und dessen Zauberkreis kein böser Geist, Kein tück'scher Freudenstörer, nahen darf. In jedem seiner Blicke lag ein dunkles Versöhnungswort, das meiner Reue Muth, Den Wünschen meiner Buße Vorsatz lieh. — Und diesen Engel könnt' ich von mir weisen? Den Mordspieß schicken nach dem Unentweihten? Das Leben ranben wollen ihm, der mich Die Kunst, das meine zu ertragen, lehrte? Doch ja. Das ist des Lasters Fluchgeschick, Daß es den Himmel sich zerstören muß. Daß jede böse That sich vor sein Eden Wie jenes Flammenschwerdt des Cherubs pflanzt, Und Schreckcndrohend ihm die Rückkehr wehrt. Nicht >hn, der mich nicht mißt; ich habe mich Aus meines Gottes Angesicht verbannt, Mit dem ich ewig, ach! zerfallen bin. I s m a c l (einer der Hösiinge, nähert sich und spricht:) Nicht doch, mein König. Nicht so schwarzen Bildern Gieb deinen Geist, dein edles Herz zum Raube. Sie sind es, die dein Elend dir bereiten»