Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Der Tod Sauls oder die Hexe zu Endor
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 1)
- Language
- German
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III. Der Tod Sauls, oder die Hexe zu Endor *) (Saul, umgeben von den Großen des Reichs. Ein Knabe M auf einem etwas erhöhten Polster, Sauln gegenüber, und spielt die Harfe, welches noch eine Weile nach dem Stufrotlen des Vorhangs sortdauert.) Saul. Genug mein Sehn. Laß ab. Du kannst nun gehen. (Knabe ab.) Mir wird es immer deutlicher. Die Kunst Allein nicht war's, was mich bei seinem Spiel Ergriff, den bösen Geist in mir beschwor; Es war des Künstlers eigene Magie, Die wunderbar zu meinem Herzen sprach. Der Wohllaut seines Spieles wohnte nicht In diesem tobten Instrument. Es war Sein melodicnrcichcs Selbst, das ihm, Und keinem andern, eigen ist; das, göttlich, Mir wie ein Gott in seinem Lied erschien. — Oft, wenn mit schwärzendem Gefieder die Verzweiflung um mich strich, ihr Eifteshauch Mir jede frische Lcbensfarbe bleichte, Und ich als Sünder mich verworfen fühlte; Da sprach ein leiser Ton von seiner Harfe Besänftigend zu meinem Herzen, und *) S. Sulamith 3׳ Iahrg. 1. Bandes 5. Heft S. 3!7,