Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Fragmente aus der Einleitung zu einem noch ungedruckten Werke: Früheste Kulturgeschichte des Menschengeschlechts
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 17)
- Language
- German
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168 und entwickelt. Sinnliche Eindrücke sind daher noch die einzigen, die er annehmen kann: denn anderer, wobei sein Geist erst vergleichen und aus der Bemerkung eines Ver« haltnisses oder Ebcnmaaßes Vergnügen schöpfen muß, ist er noch nicht fähig. Je heftiger und erschütternder diese sinnlichen Eindrücke nun sind, desto mehr afficiren sie ihn und das musikalische Gefühl äußert sich daher besonders durch den Wohlgefallen an starken Tönen. Die Natur hat aber zugleich zwischen dem Herzen und dem Gehöre der Menschen eine ganz unmittelbare Verbindüng erschaffen, so daß sich alle Leidenschaften durch besondere Töne ankündigen, die in dem Herzen dessen, dek sie vernimmt, eben die leidenschaftliche Empfindung erwerkrn, aus welcher sie geflossen sind. Je roher übcrdieß der Mensch ist, desto starker ist er an Empfindungen und Empfindungs - Werkzeugen. Der Nachahmungstrieb reizte, die durchs Gehör vernommenen Töne wiederzugeben und die auf diese Weise wiederholten Töne mußten rauh, stark und in jeder Rücksicht der Starke der Empfindungswerkzeuge angemessen scyn, um eine gehörige Wirkung hervorbringen zu können. In der bald starkem bald schwacher» Wiederholung dieses oder jenes Klanges bestand die erste Aeußerung des musikalischen Gefühls, und noch war die Zunge das einzige Instrument, womit man dieselbe her« Vorbringen konnte. Sehr bald mußte indessen der Mensch bemerken, daß diese Wiederholung eines und desselben Klanges, sobald sic ans eine gewisse regelmäßige Art geschähe, unterhaltender «erde. Man suchte sich in dieser Absicht eines gewis-