Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 3 H. (1811)
- Article
- Fragmente aus der Einleitung zu einem noch ungedruckten Werke: Früheste Kulturgeschichte des Menschengeschlechts
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 7)
- Language
- German
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158 kernt, voll der ihnen inwohnendeu Fähigkeit Gebrauch zu machen. Von nun an näherte sich der sinnliche Thier« niensch einem vernünftigen Wesen, von nun an war gleich« sam seiner Thätigkcit eine neue Welt aufgctha». Welch eine lange Zeit war indessen wohl nicht nöthig, bis die Zeichen, wodurch die Gegenstände ausgcdrückt wurden, stufenweise und auf eine gewissermaßen unmerkliche Art in den Gebrauch eingeführt wurden. Bis jetzt bestand die Sprache der ersten Menschen lediglich in einer Sammlung von einer Anzahl cinsylbiger Laute, die sie der Natur abgelauscht hatten, welche indes-- sen für sie hinreichend waren, sich die Erscheinungen der sie umgebenden Natur klar zu denken, und sie andern eben so klar wieder darzusiellen. Alle diese einsylbigen Laute waren noch keine Worte, waren nur Interjektionen. Bald werden sie gefunden haben, daß diese Interjektionen nicht bloß den Schall, sondern auch etwas Verwandtes bczcichneu könnten. Das nächste Verwandte, das sich darstcllte, war ohne Zweifel das Wesen, von welchem dieser Schall herkam. Dicß erhielt nun davon seinen Namen und bildete so das erste Substantiv. Nachher kam erst, der Natur der Sache nach, das Handeln und Wirken, wel« ches diesen Laut hervorbrachte; das führte zum Verbum. So erstiegen die ersten Menschen an der Hand der Natur eine Staffel nach der andern auf der Leiter der Aehnlich« leiten und hatten dabei, wie in allen übrigen Dingen, einzig dem Ruf der Natur und der Leitung des Instinkti»t folgen.