Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Marcus Herz
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 14)
- Language
- German
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90 der Kurart desselben. Fünf Jahre darauf gab Herz eine zweite, sehr umgeändertc Ausgabe dieses seines Lieb« liugvbuches (1791). — War vorher schon sein Ruhm groß, so wurde er dl.rch dieses gelungene Werk noch vermehrt, und der eben ans den Thron gelangte König Friedrich Wilhelm II. wurde durch den Minister Zedlitz bewogen, ihn zum Professor der Philosophie mit einer lebenslänglichen Pension von;00 Rthlrn. zu ernen« nen, — eine Anstellnng, die vorher noch niemals einem seiner Glaubensgenossen war zu Thc,l geworden. Auch für diese wurde er nützlich, indem er einen ein» pörenden Gebrauch unter den Israeliten, das Degraben der Verstorbenen, vier Stunden nach ihrem Tode, mit aller Kraft, die ihm zu Gebote stand, bekämpfte. Er that dieß in einer Schrift an die Herausgeber der Hcbraisehen Monatsschrift, d e r S a m in l c r, ״über die frühe Beerdigung der Juden." (1787; und wiederholt!788 )" So ist der Mensch! ruft er darin aus; den Sitten und Meinungen, die er in den Boden des Vorurtheils und der Gewohnheit gepflanzt, ertheilt er gern, so unwichtig sie auch sind, eine solche Schnellkraft, daß die schärfste Sense der Vernunft über sic hinfährt, ohne sie zu bcscha« digen. Ohne gefällt zu werden, biegen sie sich unter ihre Schneide, und richten sich den Augenblick darauf wieder empor! Es gab eine Zeit, da ich nur davon keine Vorsiellung macken konnte; eine Zeit, als ich meiner Rohheit mich entwand, und unter der Leitung des großen Lehrers der reinen Vernunft mit jugendlichem Eifer diese göttliche Kraft des Menschen bearbeitete, da ich, aller Weltkennt-