Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Marcus Herz
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 12)
- Language
- German
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nicht dcn Leckerbissen und den köstlichen Weinen schreibe ich meine über alle Erwartung schnelle Erholung zu. Ich bin numnehr in der dritten Woche wieder auf den Deinen, fühle mich stark, besuche meine Kranken, die Funktionen meines Körpers gchn fertiger und richtiger von statten, als je zu einer Zeit in meinem Leben. Meine Seele ist heiter und besitzt ihre vorige Spannung wieder, und in Ansehung meines Gemüths, meiner Zufriedenheit, meiner Laune und meiner Gesinnungen gegen Menschen hoffe ich so viel gewonnen zu haben, daß ich um vieles nicht diese Krankheit nicht möchte überstandcn haben. So trefflich, mein Freund, ist der Dinge Zusammenhang, so weise die Verkettung des Guten mit dem Uebel in der Welt eines Schöpfers wie Gott! —Leben Sie wohl, mein Lieber, fcyn sie vergnügt und zufrieden und nicht zu voreilig und geschwindschlüßig in Bestimmung Ihrer zukünftigen Umstände aus dem Gegenwärtigen. Es ist wahr, die Gegenwart, geschwängert vom Vergangenen, wird Mutter vom Zukünftige»; aber wissen Sie auch, daß weder das Empfangcn noch Gebaren dieser Mutter auf einmal geschieht, sondern allmahlig. Sie empfängt und gebärt ununterbrochen fort, und jede ihrer Früchte wird augenblicklich bei der Entstehung wieder Empfängerin und Gebärerin, und daher kann die ganze Frucht von uns Endlichen weder umfaßt noch vorausgeschen werden. Aber der sie uinfaßt und voraussehen kann, hat sie vorausgeschen und nach eignem Gefallen bestimmt. Und da er gut und weise ist, zum Besten eines jede» von uns bestimmt. " In welch' achtungswerthe Denkart laßt unS diese Crjählung einen Blick thun! — Und er hielt Wort; er ver-