Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Marcus Herz
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 11)
- Language
- German
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87 ter in den Schlund mit Schwämmen überzogen war, die eine dicke grauliche Haut bildeten. Er war erfreut über diese Krisis, so sehr ich auch von diesem Zufalle gequält wurde. Das Herunterschlucken eines Tropfen Wassers machte mir die gräßlichsten Schmerzen. Ick wurde nun Tag und Nacht alle Stunden gepinselt, gesprüht, gegur« gelt mit den schärfsten und reizendsten Dingen, bis binnen einer Zeit von zwölf bis fünfzehn Tagen die Schwämme sich verloren, und ich meinen Mund allmahlig wieder brau« chen konnte. Dieses Zufalls ungeachtet singen meine Kör« per-undSecleiikräftean, augenscheinlich zuzunehmen. Bin« nen zehn Tagen, wo ich noch am Munde sehr litt, hatte ich schon das Vermögen in der Stube herumzuwandeln, den ganzen Tag aufzudauern und von Morgen bis Abend in abwechselnden zahlreichen Gesellschaften von Verwandten, Freunden, Bekannten und Unbekannten vergnügt zuznbrin« gen. Damals erfuhr ich, was ich acht Tage eher unr vieles nicht möchte gewußt haben, die allgemeine auf« richtige Theilnahme au meinem Zustande, die allgemeine Unruhe so vieler Bekannten in den Stunden meiner Gefahr und die Freude über meine Herstellung. Cie hat mir mehr als einmal Thränen gekostet, diese herzliche Sympathie. Sie setzt Verdienste und Würdigkeit voraus, deren ich mir nicht bewußt bin, und die zu besitzen ich wünsche. Allgütiger! welch einen Schatz von S,l gke>t hast L«l mit dein himmlischen Gefühl der Geselligkeit in des Menschen Herz gelegt! wer ihn nur recht brauchen will, diesen Schatz, wer ihn nur recht zu brauchen weiß! — Und dieser angenehmen Empfindung der vielfältige» Theilnähme, die ich so einige Wochen hintereinander genoss,