Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Marcus Herz
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 10)
- Language
- German
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16 an feiner gewöhnlichen Schlafstelle, sondern in seinerSttt- Liersiube bereitet, und dieser Umstand bewirkte die fort« dauernden Grundideen in seinem Phantasiren, das; er nicht zu Hause sey, mit welchen er sich und die Ceinigcn ebne Unterbrechung und unaussprechlich quälte. Es folgten die schrecklichsten Tage und Nachte, deren Erzählung der Arzt und Psycholog an dem angeführten Orte mit großem Interesse Nachlesen wird. Endlich am 16ten Taqe der Krank« heit , wo man ihn, der mit allen Sterbe - Ceremonien seiner Glaubensgenossen bereits versehen war, doch aufgab ünd nichts mehr zu wagen glaubte, brachte man ihn in sein Lesezimmer, wohin er beständig verlangte. Nun fühlte er sich auf einmal zu Hause, ward ruhig, ein sanfter Schlaf überfiel ihn, der mit geringer Unterbrechung viele Stunden fortdaucrte. ״Ich erwachte, fährt er zu seinem Freunde fort, und weg war meine Krankheit, da mein völliges Bewußtseyn. Die Freude meiner Aerzte, Freunde und Familie in diesem Augenblick können Sie sich leicht vor« stellen oder auch nicht leicht vorstellen. Alles um mich herum war vergnügt und fröhlich; ich war bis auf den höch« sten Grad ermattet; mein ganzes Ich war mir nicht fühlbar; beinah kam mir es vor, daß der Genesene ein ganz anderes Subjekt neben mir im Bette wäre. Meine Seele war indessen heiter. Während dieses Schlafs hatte die Krankheit die seltenste Mctastasis gemacht, die in den Schriften der Aerzte vorkommt. Ich spürte gleich bei mci« ncm Erwachen, daß mir die ganze innere Höhle des Mundes wehe that und ich nicht schlucken konnte. Und als mein Freund S e l l e mir in den Mund sah, fand er mit Erstaunen, daß er ganz nebst dem Zapfen bis tief herun«